Hörendes Begehren – Der Sound von Intimität

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Audioporn heißt ein blühendes Genre, das durch Stimmen und Geräusche sexuell stimuliert. Im Medium des Podcast lässt sich anscheinend besonders gut über Sex und Beziehung reden, davon erzählen zumindest die Charts der diversen Podcast-Portalen. Und in Zeiten verordneter Kontaktreduktion erlebt die sonische Vereinigung Hochkonjunktur. Mit ihr vielleicht auch Intimität? Klang, Stimme, Sound sind Meister des Intimen. Denn das Ohr ist offen, es hat kein Lid, wie das Auge, um sich vor Einfluss zu schützen. Geräusche, Töne, Lärm nimmt es auf, lässt sich im besten Falle darauf ein. Dann dringen Töne ein, berührt Klang, kommen Stimmen nahe. Penetrationen, die in Stimmung versetzen, Schwingungen erzeugen, die auf- oder erregen. Auch dann, wenn – wie beim Kopfhörer – der Blick ins Leere geht und kein Geruch, kein Geschmack, keine Berührung das Sensorium anstacheln. Oder gerade deshalb? Philosophisch hatte das Hören keinen guten Stand, Erkenntnis liegt im Auge des Betrachters. Aber auch Kant soll irgendwann gesagt haben: «Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen». Der Essay von Stephanie Metzger folgt den Spielarten eines hörenden Begehrens und fragt dabei auch nach seinem politischen Versprechen. Was im Lärm und in der Bilderflut unserer Gegenwart vergessen zu werden droht, soll hier erklingen: dass Töne sexy sind, Stimmen anturnen und Stille erotisiert. Und dass wir dieser Erotik dringend zuhören sollten.

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